
Late Night Tales schwiegen fünf Jahre und kamen mit einem Edinburgher Pianisten zurück: Die Compilation kuratierte Barry Can’t Swim
Das Jubiläumsjahr der Reihe eröffnete ein Musiker, der eine Coverversion einer vergessenen Felt-Single von 1986 und einen neunzehnminütigen Superpitcher-Edit im Ordner hat. Am Ende steht ein Gedicht.
Barry Can’t Swim ist derjenige, der eine der angesehensten Reihen der britischen Elektronik zurückgeholt hat: Am 6. März 2026 erschien die Compilation ‚Late Night Tales: Barry Can’t Swim‘.
Für die Reihe ist es der erste Mix seit über fünf Jahren und zugleich die Eröffnung ihres 25. Jubiläumsjahres. Die Standardausgabe hat neunzehn Positionen, der durchgehende Mix zwanzig. Erschienen ist alles auf dem Label Night Time Stories; die Zusammensetzung hält der Apple-Music-Katalog fest.
Die Spannweite ist bewusst groß. Es gibt House-Kanon — ‚The Power of Suggestion‘ von Lance DeSardi und Daniel Averys Remix von Factory Floor. Es gibt Abstrakteres: Freddy da Stupid und den Niederländer Ronald Langestraat, der ‚Lowdown‘, den Siebzigerhit von Boz Scaggs, auf eigene Weise nachgespielt hat. Und es gibt rein Atmosphärisches: ‚The Lacemaker‘ von This Mortal Coil und ‚Annabi‘ vom Magic Spirit Quartet.
Drei Positionen entstanden eigens für die Platte. Barry coverte ‚Ferdinand Magellan‘, eine Rarität der Band Felt von 1986; er machte einen Edit von Superpitchers ‚Yves‘, der in der Trackliste 19 Minuten 42 Sekunden einnimmt; und zum Schluss steht das Spoken-Word-Stück ‚Ultrasound‘ des Dichters Seamus, der schon auf seinem Album ‚Loner‘ zu hören war. Einen exklusiven Titel steuerte auch O’Flynn bei — einer der engsten Freunde des Musikers.
„Ich war absolut aus dem Häuschen, als ich gefragt wurde, Late Night Tales zu machen. Überglücklich“, sagte Barry. „Für mich war das eine sehr bedeutende Sache. Die Reihe arbeitet durchgehend mit wirklich großen Künstlern, deshalb fühlte es sich als riesiges Privileg an, überhaupt in Betracht gezogen zu werden, unter den Leuten zu sein, mit denen Late Night Tales üblicherweise arbeitet.“
„Ich habe diese Spotify-Playlist, die heißt Barry Can’t Curate. Da habe ich immer elektronische Musik und anderes hineingepackt, das ich in DJ-Sets wohl nicht spielen würde“, erklärt er. „Late Night Tales ist eigentlich dieselbe Welt — noch ein Ort, an dem man die Musik teilen kann, die man liebt, aber nicht unbedingt die, die man auf der Tanzfläche spielen würde.“
Hinter dem Alias steht Joshua Spence Mainnie aus Edinburgh. Er lernte Klavier und spielte in lokalen Bands, und erst danach zog ihn die Clubkultur in die Elektronik und ins Heimstudio. Sein Debütalbum ‚When Will We Land?‘ (Ninja Tune, 2023) stand auf der Shortlist des Mercury Prize 2024.
Danach ging es noch schneller: 2024 bekam er den BBC-Radio-1-Preis als bester Dance Act und eine Nominierung in derselben Kategorie bei den BRIT Awards, 2026 eine weitere BRIT-Nominierung, diesmal als Breakthrough Artist. Das Album ‚Loner‘ (Ninja Tune, Juli 2025) kam in die britischen Top 10 und auf Platz eins der Dance-Charts.
Die Leadsingle der Compilation, ‚Chala (My Soul Is On A Loop)‘, erschien am 22. Januar 2026 gemeinsam auf Ninja Tune und Late Night Tales. Bei ONE//FM hält sich Barry mit ‚How It Feels‘ vom Debüt.









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