
Antytila veröffentlichen „OK“ – ein Song über das, was Taras Topolia unter Beschuss begriffen hat
Innerhalb von fünf Tagen wurde das Video fast eine halbe Million Mal angesehen. Die Hauptrollen spielen junge Darsteller, und der Song selbst kommt auf das neue Album und ist auf der Tour zu hören, die schon im Oktober startet.
Taras Topolia beim Forum „Kultur in Zeiten des Krieges. Humankapital“, 2024
Antytila haben ein Musikvideo zum Song OK veröffentlicht. Die Premiere fand am 25. September statt, und innerhalb von fünf Tagen kam das Video auf knapp 490.000 Aufrufe.
Das Video hat die Band auf ihrem offiziellen Kanal veröffentlicht.
Die Band beschreibt „OK“ als ironischen und ehrlichen Song – über den Zustand, wenn man sich längst daran gewöhnt hat, dass Glück und Freude erkämpft werden müssen, und dann plötzlich spürt, dass alles ganz anders ist. Der Track kommt auf das neue Album, an dem Antytila gerade intensiv arbeiten.
Was Taras Topolia an der Front begriffen hat
Der Frontmann der Band erklärt, wie der Song entstanden ist. Manche fürchten, für ihr eigenes Glück verurteilt zu werden, andere schämen sich für das, was sie glücklich macht, und wieder andere erlauben sich nicht einmal, sich über Kleinigkeiten zu freuen – weil Krieg ist, weil es alle schwer haben, weil es niemand verstehen würde.
„Was ich an der Front unter Beschuss klar begriffen habe: So zu leben ist nicht OK. Wie schwer es auch sein mag, man sollte sein Leben nicht auf später verschieben – und schon gar nicht seine kleinen glücklichen Momente. Denn morgen kann es vorbei sein, und dann hast du vielleicht gar nicht gelebt, sondern nur existiert“, sagt Taras Topolia.
Regie führte Dmytro Shmurak, der nicht zum ersten Mal mit der Band zusammenarbeitet. Im Mittelpunkt des Videos stehen die echten Emotionen seiner jungen Protagonisten: Sie verlieben sich, schließen Freundschaften, machen Unfug, lachen und leben jeden Tag im Hier und Jetzt, ohne daran zu denken, was als Nächstes kommt.
Von diesem Kontrast lebt „OK“. Der Song handelt von der erwachsenen Gewohnheit, am Guten zu zweifeln – überall einen Haken zu suchen, die Freude aufzuschieben, sich für das eigene Glück schuldig zu fühlen. Das Video dagegen erinnert an einen Zustand, der in der Kindheit ganz natürlich war: als man einen glücklichen Moment niemandem erklären oder rechtfertigen musste.
Wie es weitergeht
Live ist „OK“ schon ab dem 16. Oktober zu hören – auf der neuen ukraineweiten Tour „Vdoma 2.0“ („Zu Hause 2.0“), die fast 30 Städte umfasst. Sie setzt die Frühjahrstour fort, die mit drei großen Shows im Sportpalast in Kyjiw zu Ende ging.
Antytila sind eine Band aus Kyjiw um Frontmann Taras Topolia und eine der populärsten Bands der Ukraine. Nach Beginn der großangelegten Invasion gingen die Bandmitglieder zu den Streitkräften der Ukraine, und seitdem haben die Konzerte der Band immer auch einen Benefizzweck.
Schon nach den Konzerten im Sportpalast sagte Topolia, das Wichtigste sei für ihn, dass die Menschen glücklicher hinausgehen, als sie gekommen sind. „OK“ führt diesen Gedanken zu Ende: Glück sollte man nicht auf später verschieben.
Zuvor haben wir berichtet, wie Antytila ihr Tonstudio in den Sportpalast verlegten – für die Show „Vdoma“.









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