
Ein ganzes Tonstudio zog in den Palats Sportu ein: Das Konzert vor fünfundzwanzigtausend Menschen läuft bald im Fernsehen
Fast ein Jahr Vorbereitung, drei Abende hintereinander und Lichttechnik, die eigens aus dem Ausland gebracht wurde. Jetzt lässt sich derselbe Abend ohne Ticket erleben – und sogar ein zweites Mal ansehen.
Taras Topolia an einem der drei Abende im Palats Sportu – genau diese Konzerte sind in der Fernsehfassung zu sehen
Die Band Antytila füllte dreimal hintereinander den Palats Sportu (Sportpalast) in Kyjiw – am 20., 21. und 22. März. An drei Abenden sahen fünfundzwanzigtausend Menschen die Show – für die Band selbst die größte und technisch aufwendigste in achtzehn Jahren Bandgeschichte. Nun wird die Fernsehfassung des Konzerts für alle zugänglich.
Den Premierentermin hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk Suspilne Movlennia bekannt gegeben, der die Fernsehfassung der Show gemeinsam mit der Produktionsfirma der Band erstellt hat.
Premiere ist am 6. September um 20:50 Uhr beim Sender Suspilne Kultura. Ab dem 8. September steht das Konzert auf den YouTube-Kanälen von Suspilne Kultura und der Band bereit, es lässt sich also auch später noch ansehen.
Warum ein Tonstudio in die Arena gebracht wurde
Fast ein Jahr lang arbeitete das Team an der Show. Die Konzerte im Palats Sportu setzten den Schlusspunkt hinter die landesweite Tour Vdoma: 38 Städte, 30 davon ausverkauft.
Am schwierigsten waren nicht Licht und Bühnenbild, sondern der Ton. Statt der üblichen Konzerttechnik ging das Team einen anderen Weg – und brachte in die Sporthalle, was sonst im Studio steht.
„Wir nehmen ein Tonstudio und transportieren es in den Palats Sportu, um genau den Klang zu bekommen, den wir im Tonstudio hatten – den, den ihr bei euch über die Kopfhörer hört, nur mit der Energie eines Live-Konzerts“, erklärte Maksym Syvolap, Komponist und Arrangeur der Show.
Den visuellen Teil verstärkte Lichttechnik, die eigens aus dem Ausland herangeschafft wurde: Solche Anlagen kommen bei Konzerten auf Weltniveau zum Einsatz. Licht, Ton, Bühnenbild und Bewegung fügten sich in dieser Show zu einem Ganzen.
Wovon diese Show eigentlich erzählt
Das Konzept von Vdoma handelt davon, wo und wann ein Mensch sich zugehörig fühlt. Ins Zentrum rückte dieses Thema ausgerechnet in dem Moment, als Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer ihr eigenes Zuhause verlassen mussten.
„Für die einen ist das Zuhause verloren, für die anderen wieder aufgebaut, manche suchen es im Ausland, manche in neuen Städten, neuen Räumen, Dörfern. Und wir wünschen uns, dass jede und jeder im Publikum darin etwas Eigenes findet“, sagte Regisseur Pavlo Zakrevskyi.
Alle Konzerte der Tour hatten einen wohltätigen Teil: Gesammelt wurde für die Streitkräfte der Ukraine und für den Militärgeheimdienst HUR. Die drei Abende im Palats Sportu bildeten da keine Ausnahme.
Frontmann Taras Topolia räumt ein, dass die Dimension diesmal beispiellos war – wichtiger ist ihm aber etwas ganz anderes.
„Mir ist wichtig, dass die Leute nach dem Konzert glücklicher hinausgehen, als sie hereingekommen sind. Und ich glaube, dass man diese Atmosphäre aus dem Saal sogar durch den Bildschirm spüren kann“, sagte Taras Topolia.
Die Band hat bereits angekündigt, was als Nächstes kommt: neue Konzerttermine, eine neue Show, ein neues Album und eine Sammlerausgabe sämtlicher Platten auf Vinyl. Außerdem ist von großen Konzerten im Ausland die Rede.
Zuvor haben wir berichtet, wie MONATIK seine Europa-Route für 2027 zusammengestellt hat – ein weiterer ukrainischer Künstler, der nach dem ukrainischen Sommer auf ausländische Bühnen geht.









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