Collage: die Jackson 5 bei einem Fernsehauftritt Anfang der 1970er und der Produzent Dombresky
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Er verschenkte seine Edits, bis ein Major bei ihm anklopfte: im Herbst tourt Dombresky unter anderem Namen

Das Disco-Alter-Ego des französischen Produzenten begann mit einem spontanen Set, das niemand bestellt hatte. In diesem Sommer bekam er einen Song, den jeder kennt.

Jackson 5 — gemeinfrei; Dombresky — Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Links die Jackson 5 bei einem Fernsehauftritt Anfang der 1970er, rechts Dombresky, der ihren Song in diesem Sommer bearbeitet hat

Am Samstag, dem 7. November, feiert das Manchester Depot Mayfield zehn Jahre LA DISCOTHÈQUE, und auf dem Plakat des Hauptsaals steht zwischen Basement Jaxx, Groove Armada und Annie Mac die Zeile «Dombresky Presents Disco Dom». Das ist kein Tippfehler des Veranstalters: Dombresky bringt auf die größten Bühnen dieses Herbstes nicht das Projekt, mit dem er sich einen Namen gemacht hat.

Das Line-up hat The Warehouse Project selbst veröffentlicht, der die Reihe in Manchester ausrichtet. Seine Auftritte beim Nocturnal Wonderland in Kalifornien am 19. und 20. September sowie bei der ersten kolumbianischen EDC-Ausgabe am 10. und 11. Oktober bestätigt die Pressestelle von Insomniac, dem Veranstalter beider Festivals.

Disco Dom ist die Disco-Gestalt eines Franzosen, dessen bürgerlicher Name Quentin Dombres lautet. Statt des Tech House, mit dem er in die Clubszene kam, laufen hier Soul, Funk und Disco der siebziger und achtziger Jahre, und die Party selbst wächst um Discokugeln, Fotoboxen und eine eigene Getränkekarte.

Das Projekt in Kürze
WerQuentin Dombres — ein Franzose, der in Los Angeles lebt
Was Disco Dom istEin Disco-Alter-Ego, das 2021 bei der EDC Las Vegas debütierte
Das Edit-Format«Refunk» — sein eigener Name für seine Disco-Bearbeitungen
Eigenes LabelProcess Records mit der Clubserie PRX, 2024 gegründet
Eigene RadioshowProcess Radio; Folge 122 erschien am 24. August

Das Set, das niemand bestellt hatte

Vor den Decks spielte er zehn Jahre lang Schlagzeug und hörte damit nach einem Abend auf einem Rave in einem französischen Wald auf. Was er in der DJ-Kanzel sah, entschied seinen weiteren Weg an einem einzigen Abend.

«Ich dachte: Was ist das? Was ist das? Als ich sah, wie dieser Typ spielte, war mir klar, dass das ganz sicher meine Zukunft sein würde» — Dombresky im Interview mit Nylon

Das Alter Ego selbst entstand 2021 bei der EDC Las Vegas, als er ans Pult trat und statt House Disco auflegte — spontan, ohne vorherige Absprache. Danach wuchs dem Projekt ein eigenes Bearbeitungsformat zu, das der Produzent «Refunk» nennt: Cher, MK, Empire Of The Sun, PinkPantheress und Drake sind hindurchgegangen, und fast alles davon wurde verschenkt. Seine Bearbeitung von Believe, im März erschienen, ist genau die Fassung des Songs, die bei uns im Programm läuft: das Original von 1998 hat soeben eine Milliarde Streams bei Spotify überschritten.

In diesem Sommer kam der Motown-Katalog an die Reihe. Nach eigener Darstellung des Produzenten kam Universal zuerst auf ihn zu und bot ihm ABC an — das 1970 erschienene Stück der Jackson 5. Die Veröffentlichung kam am 17. Juli heraus, und in den Credits steht sie als gemeinsame Zeile: Jackson 5, Disco Dom und Dombresky.

«Ich glaube: Wenn man gute Dinge tut, kommen gute Dinge zurück. Und das hier ist der Beweis» — Dombresky über das Angebot von Universal

Von den Veranstaltern bestätigte Herbsttermine
19.–20.9.
San Bernardino, Kalifornien
Nocturnal Wonderland im Glen-Helen-Park — über achtzig Namen im Line-up
10.–11.10.
Medellín, Kolumbien
Die erste kolumbianische Ausgabe der EDC überhaupt
7.11.
Manchester
Zehn Jahre LA DISCOTHÈQUE im Depot Mayfield

Eigenes Label und eigenes Radio

Parallel zum Alter Ego baut Dombresky eine eigene Infrastruktur auf. 2024 gründete er das Label Process Records und eröffnete es mit der Clubserie PRX — Platten, die nicht auf Streaming, sondern auf den Dancefloor zielen: Heads High, It’s A Party, Casablanca gemeinsam mit Crusy, The Apex zusammen mit KRESPO.

Die zweite Säule ist die Radioshow Process Radio, die alle zwei Wochen läuft: Folge 122 erschien am 24. August. Anfang August spielte der Produzent in Chicago beim Lollapalooza.

Das Herbstplakat zeigt, worauf das hinauslief. Ein Projekt, das als unverbindlicher Spaß zwischen den Touren begann, steht heute mit einer eigenen Zeile auf den Plakaten — neben Namen, auf denen Disco seit Jahrzehnten ruht.

Zuvor haben wir untersucht, wer in dieser Saison den Dancefloor bezahlt — von Berliner Prozenten bis zu Rotterdamer Rechnungen.

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