
Flöten aus recyceltem Plastik und ein Album über Fabelwesen: Was ONUKA in Tschernihiw macht
In einem Anwesen von 1904, das ihre Großeltern hinterließen, hat Nata Schyschtschenko eine Gesangswerkstatt, ein Drehstudio und ein Instrumentenlabor eingerichtet. Ein neues ONUKA-Album ist für den Herbst angekündigt.
Die Band ONUKA arbeitet an einem neuen Album, und ihre Frontfrau Nata Schyschtschenko baut in Tschernihiw seit Jahren einen Ort auf, der längst eine eigene Kultureinrichtung der Stadt ist — „Fabrytschna 12".
Davon erzählte sie im Interview mit UP.Kultura.
Der Ort liegt in einem Anwesen von 1904, das ihren Großeltern Olexandr und Walentyna Schlontschyk gehörte. Natas Kinder sind bereits die fünfte Generation auf diesem Grund.
Eine Stadt, die zum Halt wurde
Tschernihiw ist in dieser Geschichte kein Hintergrund. Schyschtschenko beschreibt die Stadt als einen Ort, an den man nicht aus Nostalgie zurückkehrt, sondern weil es dort etwas gibt, woran man sich halten kann; das Haus überstand die Blockade der Stadt, Druckwellen schlugen die Fenster heraus.
„Tschernihiw ist für mich ein Ort des Halts", sagt Nata Schyschtschenko.
Das Tarnowskyj-Geschichtsmuseum richtete eine Ausstellung über sie und ihren Großvater ein: Dort stehen ihre Eurovisionskostüme und Synthesizer neben den Instrumenten, die er baute. Und im Peremoha Lab druckt man aus sortiertem Plastik leuchtende Sopilkas, deren Kosten für Gemeinden minimal sind.
Das Album und die Frage nach der Maschine
Das neue ONUKA-Album ist für den Herbst angekündigt, und Schyschtschenko beschreibt es mit einem Bild, das man leichter hört als nacherzählt: Fabelwesen greifen zu ukrainischen Volksinstrumenten und legen im Wald ein Set auf. Parallel spricht sie über das, was die ganze Branche bereits verändert.
„Sehr lange war ich eine Gegnerin der künstlichen Intelligenz. Und ehrlich gesagt, selbst jetzt, wenn man mich fragt, wer den Kampf zwischen künstlicher Intelligenz und Mensch gewinnt, scheint mir, die künstliche Intelligenz hat bereits gewonnen", räumt sie ein.
Dennoch ist Schyschtschenko überzeugt, dass die Livedarbietung dadurch nur wertvoller wird — so wie Zeit ohne Telefon wertvoll wird. Die Logik ist einfach: Je mehr Generiertes ringsum, desto teurer wird das von Hand Gemachte.
Wie schrieb das Portal ONE//FM zuvor, brauchte die ukrainische Elektronik fünfunddreißig Jahre bis zu den großen Bühnen — und dieser Weg begann nicht in der Hauptstadt.









Kommentare
Wird geladen …