Die Pressekonferenz der Clubcommission Berlin zur Vorstellung der Studie „Clubkultur Berlin 2026"
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Der Tresen trägt den Club nicht mehr: In sieben Jahren hat sich die Einnahmestruktur der Berliner Clubs umgedreht

2017 kamen sechzig Prozent des Umsatzes vom Tresen und einundzwanzig vom Eintritt. Heute ist es umgekehrt. Die erste große Erhebung zur Berliner Szene seit 2019 zeigt volle Tanzflächen und leere Kassen.

Die Clubcommission Berlin hat gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft die Studie „Clubkultur Berlin 2026" veröffentlicht — die erste umfassende Erhebung zur Berliner Clubszene seit 2019. Der zentrale Befund: Die Nachfrage ist ungebrochen, das Geschäftsmodell hat sich gedreht.

Das teilte die Clubcommission mit.

Vorgestellt wurde die Studie am 7. August an Bord der Hoppetosse. Die Zahlen beziehen sich auf den quantitativen Teil, für den Clubbetreibende und Veranstaltende befragt wurden.

Was sich genau gedreht hat

2017 stammten rund sechzig Prozent der Einnahmen aus Gastronomie und Getränkeverkauf, der Eintritt machte lediglich einundzwanzig Prozent aus. Heute ist das Verhältnis umgekehrt: Der Eintritt liegt bei neunundfünfzig Prozent, Gastronomie und Getränke bei zwanzig.

Dahinter steht ein verändertes Ausgehverhalten: Dreiundsiebzig Prozent der Befragten beobachten rückläufigen Alkoholkonsum, sechzig einen steigenden Konsum alkoholfreier Getränke, siebenundfünfzig kürzere Aufenthaltsdauern. Der Tresen, der den Kulturbetrieb früher quersubventioniert hat, tut das nicht mehr — die gesamte Last liegt nun auf dem Eintritt.

„Die Menschen gehen nicht weniger aus. Sie konsumieren anders", schreibt die Clubcommission.

Volle Flächen, leere Kassen

Dreiundachtzig Prozent der befragten Häuser melden eine Auslastung von mindestens fünfzig Prozent, ein Drittel von mehr als fünfundsiebzig. Wirtschaftlich schlägt sich das immer seltener nieder: Arbeiteten 2017 noch neunundsiebzig Prozent mindestens kostendeckend, sind es 2025 einundsechzig.

Als größte Belastung nennen die Befragten Personalkosten, Betriebskosten, die sinkende Kaufkraft des Publikums sowie Miete und Pacht. Fünfundachtzig Prozent geben an, dass wirtschaftlicher Druck ihr Programm bereits verändert — es geht also nicht nur ums Überleben, sondern auch darum, welche Musik ein Haus sich noch leisten kann.

Wie berichtete ONE//FM zuvor: Das Londoner fabric feierte siebenundzwanzig Jahre mit einem dreißigstündigen Marathon — die Institutionen halten sich, aber zu stetig steigenden Kosten.

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