
An Tagen großer Releases sterben mehr Menschen im Straßenverkehr: Harvard-Studie findet einen Zusammenhang mit Streaming
Die Autoren untersuchten 233 809 tödliche Unfälle in den USA über sechs Jahre. An den Erscheinungstagen der größten Alben gab es 15 Prozent mehr davon.
An den Tagen, an denen die größten Alben des Jahres erscheinen, sterben auf amerikanischen Straßen mehr Menschen. Forschende der Harvard Medical School fanden einen Anstieg tödlicher Unfälle um 15 Prozent — und bringen ihn mit Streaming in Verbindung.
Über die in JAMA Network Open veröffentlichte Arbeit berichtet Engadget.
Die Methode ist einfach: Man nahm die zehn Alben mit den meisten Streams innerhalb eines Tages und verglich den Erscheinungstag mit den zehn Tagen davor und danach. Zu den Beispielen zählen Releases von Taylor Swift und Drake.
Die Erklärung der Autoren
Der Mechanismus, auf den die Forschenden zeigen, ist banal alltäglich: unbekanntes Material lässt Fahrende häufiger den Bildschirm berühren. Einen Track überspringen, das richtige Lied auf einem neuen Album finden, den Titel nachsehen — all das sind Sekunden, in denen die Augen nicht auf der Straße sind.
Die Autoren selbst warnen vor voreiligen Schlüssen: Sie können nicht beweisen, dass Smartphone-Nutzung oder auch Musikstreaming für die meisten dieser Todesfälle verantwortlich war. Es geht um eine Korrelation an einer großen Stichprobe, nicht um eine belegte Ursache.
Was Hörende damit anfangen können
Ein praktischer Schluss steckt in der Studie, und er handelt nicht von Musik: Die Warteschlange sollte stehen, bevor das Auto anfährt. Das Radio ist hier übrigens im Vorteil — es verlangt keine einzige Berührung des Bildschirms.
Interessant ist noch etwas: Die Zahl von plus 43 Prozent Streams am Erscheinungstag zeigt, wie gut die Branche gelernt hat, Aufmerksamkeit auf einen einzigen Kalenderpunkt zu bündeln. Die Nebenwirkungen dieser Bündelung hat bisher niemand gezählt — das ist der erste Versuch.
Wie berichtete zuvor das Portal ONE//FM, denken Streamingplattformen in dieser Woche ohnehin viel über die eigenen Daten nach — Apple Music verpflichtet Labels, maschinelle Musik zu kennzeichnen.









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