
„Zu gut, um auf einem Bildschirm zu leben": Suno will Platten mit Musik verkaufen, die der eigene Algorithmus erzeugt hat
Eine Zwölf-Zoll-Platte für 45 Dollar plus Versand, das Cover gestaltet der Nutzer selbst. Der Dienst ist noch nicht gestartet — es gibt nur eine Warteliste.
Die Firma Suno, die Musik mit künstlicher Intelligenz erzeugt, hat einen eigenen Vinyl-Pressdienst vorgestellt. Suno Vinyl soll Nutzern ermöglichen, eine physische Kopie dessen zu erhalten, was sie auf der Plattform erzeugt haben.
Das meldete Mixmag.
Es geht um eine schwarze Zwölf-Zoll-Scheibe aus PETG, das die Firma als umweltfreundlicher bezeichnet. Cover, Labels und Gestaltung entwirft der Nutzer selbst. Der Preis liegt bei rund 45 Dollar plus Versand pro Pressung.
„Kein Souvenir-Schnitt"
Auf der Seite des Dienstes betont die Firma, es handle sich um „eine echte gepresste Platte, keinen Souvenir-Schnitt". Der Aufruf dort lautet: „Bereit, dich selbst auf Vinyl zu hören?"
„Presse ein persönliches Andenken. Presse ein Geschenk für einen geliebten Menschen. Oder presse einen Banger, weil er zu gut ist, um auf einem Bildschirm zu leben", heißt es auf der Seite von Suno Vinyl.
Der „noch in Arbeit befindliche Dienst" sei „Teil eines Versuchs, Wege zu erkunden, Menschen physische Versionen der Musik zu geben, die sie schaffen", sagte ein Sprecher von Suno gegenüber Music Business Worldwide.
Vor dem Hintergrund eines verlorenen Verfahrens
Die Firma eröffnet dieses Feld in einem heiklen Moment. Ein deutsches Gericht befand, dass Suno gegen deutsches und US-amerikanisches Urheberrecht verstoßen hatte: Sie hatte geschützte Werke ohne Erlaubnis der Rechteinhaber genutzt, gespeichert und vervielfältigt. Suno wurde zu Schadenersatz an von der GEMA vertretene Urheber verurteilt; die Höhe wurde nicht genannt.
Suno wies das Urteil zurück und erklärte, „alle verfügbaren Optionen" zu prüfen, darunter eine Berufung. Eine Plattform also, der ein Gericht gerade untersagt hat, ohne Lizenz auf fremder Musik zu trainieren, bietet Kunden nun an, das Ergebnis auf einem Medium zu pressen, das seit zwanzig Jahren für das Gegenteil steht — physisch, mit Urheber und Platz im Regal.
Wie berichtete zuvor das Portal ONE//FM, es war das Landgericht München, das befand, der Generator Suno habe ohne Erlaubnis auf Werken aus dem GEMA-Katalog trainiert.









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