
Sechs von zehn DJs würden das nicht spielen: Beatport verbietet vollständig KI-generierte Tracks
Der Shop hat seine Regeln geändert: Musik, die ganz oder überwiegend von der Maschine stammt, kommt nicht mehr in den Katalog. Tracks, bei denen KI nur half, werden angenommen — aber gekennzeichnet.
Beatport — der weltweit größte Shop für elektronische Musik — hat seine Upload-Regeln geändert. Tracks, die ganz oder überwiegend von künstlicher Intelligenz erzeugt wurden, kommen nicht mehr in den Katalog. Musik, bei der KI nur Werkzeug war und die Arbeit überwiegend menschlich blieb, wird angenommen — aber bereits beim Einspielen gekennzeichnet.
Das meldete Beatportal am 12. August.
Wessen Release die Prüfung nicht besteht, erfährt es direkt: Rechteinhaber werden benachrichtigt und starren nicht auf eine Lücke im Katalog.
„Beatport ist da, um DJs zu dienen und Künstler und Labels zu stärken. Das heißt, mit unserer Community zusammenzuarbeiten und Vertrauen in das zu geben, was unsere Plattform anbietet", sagte Firmenchef Matt Gralen.
Wer die Maschine vom Menschen unterscheidet
Die technische Seite übernimmt Beatdapp, eine auf das Aufspüren von Streaming-Betrug spezialisierte Firma. Die Partnerschaft bestand schon vorher, nun wurde sie erweitert: Das aktualisierte Werkzeug soll einen vollständig generierten Track von einem trennen, bei dem die Maschine nur half.
„Neue Produktionstechniken haben die elektronische Musik von Anfang an vorangebracht, doch es gibt einen Unterschied zwischen einem Werkzeug, das menschliches Schaffen unterstützt, und einem System, das es vollständig ersetzt. Beatport ist auf dem Ersten gebaut", ergänzte Gralen.
Was die Umfrage zeigte
Der Shop untermauerte die Entscheidung mit Zahlen. Sechs von zehn befragten DJs sagten, sie würden einen generierten Track nicht im Set spielen; 77% davon begründeten das damit, lebende Urheber unterstützen zu wollen. Acht Prozent sind bereit, solche Musik zu spielen. Weitere 13% würden es erwägen, sofern Künstler und Labels fair vergütet werden. Wer die Umfrage durchführte und wie viele Menschen befragt wurden, sagte Beatport nicht.
Für einen Shop, der DJs Musik einzeln verkauft, ist die Frage nicht abstrakt: Jede generierte Datei im Katalog ist Geld, das an einem Menschen vorbeigeht, der tatsächlich etwas gespielt hat. Die Kennzeichnung KI-gestützter Releases dient nicht der Beschämung — sie soll Kuratoren zeigen, womit sie es zu tun haben, bevor der Track in eine Auswahl kommt.
Wie berichtete zuvor das Portal ONE//FM, Spotify kennzeichnet seit diesem Monat Künstler, deren Name und Gesicht von einer Maschine erzeugt wurden.









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