SCHILLER an seinem Equipment und Julia Sanina
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Ein Deutscher am Synthesizer und die Frontfrau einer ukrainischen Band eröffnen das Festival: die Ukraine auf der Reeperbahn

Europas größtes Festival für neue Namen hat in diesem Jahr ein Ehrengastland gewählt. Vorstellen wird es jemand, der seine Konzerte mitten im Krieg in die Ukraine gebracht hat.

Foto: Sven Mandel und Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Collage aus zwei Aufnahmen

Christopher von Deylen, alias SCHILLER, und Julia Sanina von The Hardkiss – die beiden spielen „My Silence“ zur Eröffnung des Festivals

Die Ukraine ist Ehrengastland beim Reeperbahn Festival – dem Hamburger Festival, das der Branche jedes Jahr neue Namen vorstellt. Es läuft vom 16. bis 19. September.

Das teilten die Veranstalter in der Ankündigung der Eröffnungsshow mit.

Die Eröffnung findet am Mittwoch, dem 16. September, statt. In diesem Jahr zieht sie vom Operettenhaus ins Schmidts Tivoli um und dauert rund siebzig Minuten. Zutritt gibt es nur mit Einladung.

Die Eröffnung in Kürze
FestivalReeperbahn Festival, Hamburg, 16.–19. September 2026
EhrengastlandUkraine
ZeremonieMittwoch, 16. September, Schmidts Tivoli, rund siebzig Minuten, nur mit Einladung
GrußwortSCHILLER – der deutsche Elektronikmusiker Christopher von Deylen
Was erklingt„My Silence“ – der gemeinsame Song von SCHILLER und The-Hardkiss-Sängerin Julia Sanina

Wer über die Ukraine sprechen wird

Das Grußwort zum Ehrengastland hält SCHILLER – der deutsche Elektronikmusiker Christopher von Deylen. Die Wahl ist kein Zufall: Die Veranstalter schreiben ausdrücklich, dass er sich dabei auf eigene Erfahrungen aus zahlreichen Touren und Begegnungen in Kriegszeiten stützt.

Im Zentrum seines Auftritts steht laut Ankündigung das Freiheitsstreben von Menschen, die unter außergewöhnlichen Umständen leben, und ihre Entschlossenheit, trotz Gefahr und Ungewissheit an Kreativität und künstlerischem Ausdruck festzuhalten.

„In seinem Grußwort stellt der Elektronik-Visionär SCHILLER das diesjährige Ehrengastland Ukraine vor“, heißt es in der Ankündigung des Festivals.

Direkt nach dem Grußwort spielen SCHILLER und Julia Sanina, die Frontfrau der ukrainischen Band The Hardkiss, ihren gemeinsamen Song My Silence. Aufgenommen wurde er nicht für diesen Anlass: Der Track erschien bereits im vergangenen Jahr und landete auf dem SCHILLER-Album Euphoria.

Der Rest der Zeremonie dreht sich um das Motto, das sich das Festival für dieses Jahr gegeben hat: „Forever Legit?“. Es geht um die Frage, ob Kreativ- und Musikwirtschaft in Zeiten tiefgreifender gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche kulturell legitim bleiben.

Warum das nicht in die Rubrik „Unterstützung“ fällt

Durch den Abend führt die österreichisch-amerikanische Moderatorin Yasmine Blair. Ansprachen halten Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, und Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg. Den Ton des Gesprächs setzt Festivalleiter Detlef Schwarte.

Das ukrainische Thema steht damit nicht im Wohltätigkeitsteil des Programms, sondern in jenem Abschnitt, in dem das Festival mit Politik und Branche über die eigene Zukunft spricht. Neben My Silence gibt es dort nur einen einzigen weiteren Live-Auftritt: den des niederländischen Singer-Songwriters Dotan.

Das Reeperbahn Festival ist vor allem eine Bühne für neue Namen: vier Tage, Hunderte Konzerte in Hamburger Clubs und daneben eine Konferenz für die Branche. Der Status als Ehrengastland bedeutet: Vier Tage lang schauen das deutsche und das internationale Publikum auf die ukrainische Szene als eine, von der sich etwas lernen lässt.

Zuvor haben wir gezählt, wie viele ukrainische Namen im Jubiläumsprogramm des Amsterdam Dance Event stehen – eine weitere große Woche, in der unsere Szene in diesem Herbst ihren Anteil am Line-up hat.

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