Das Kirchenschiff der St Paul's Cathedral in London, Blick Richtung Kuppel
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Vor zehn Jahren nahm man ihm die Lizenz, jetzt bespielt er vier Jahre ein aktives Gotteshaus: der fabric-Deal mit St Paul's

Der Club wird bis 2030 zum alleinigen Partner der Kathedrale für zeitgenössische Musik. Der erste Termin steht bereits fest, den Namen des Künstlers nennt aber noch niemand.

Foto: Diliff / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, Bild beschnitten

Das Kirchenschiff der St Paul's Cathedral – genau der Raum, in den fabric für vier Jahre sein Programm bringt

Der Londoner Club fabric und die St Paul's Cathedral haben einen Vierjahresvertrag unterzeichnet. Von 2026 bis 2030 wird der Club zum exklusiven Partner der Kathedrale für Veranstaltungen zeitgenössischer Musik – also kein Gast für einen Abend, sondern derjenige, der das Programm zusammenstellt.

Das gab der Club selbst auf seiner Website bekannt.

Kennengelernt haben sich die beiden nicht erst jetzt. 2024 brachte fabric zum ersten Mal eine Veranstaltung in die Kathedrale – es war ein Konzert von RY X, und damals erklang unter dieser Kuppel zum ersten Mal elektronische Musik. Ein Jahr später holte der Club Patti Smith mit einem Kammerkonzert dorthin.

Was genau unterschrieben wurde
Werder Club fabric und die St Paul's Cathedral in London
Wie langevier Jahre, von 2026 bis 2030
Statusfabric ist exklusiver Partner der Kathedrale für Veranstaltungen zeitgenössischer Musik
Was es schon gabRY X 2024, Patti Smith 2025
Erste Veranstaltung nach dem Vertrag29. Oktober 2026, der Name des Künstlers wurde noch nicht genannt

Die Akustik als Teil der Besetzung

Im Club heißt es, beide bisherigen Abende hätten dasselbe gezeigt: Zeitgenössische Musik klingt in einem solchen Raum anders. Deshalb soll das Programm der nächsten vier Jahre nicht gegen das Gebäude, sondern von ihm aus gedacht werden – von der Akustik, von der Architektur und von dem, was drinnen mit einem Menschen passiert.

Jede Veranstaltung soll also für die Kathedrale selbst geschrieben und nicht aus dem Clubsaal dorthin verlegt werden. Das Ergebnis, so die Veranstalter, soll irgendwo zwischen Musik, Kunst und Ort liegen.

„Für uns ist es unglaublich aufregend, das in den kommenden vier Jahren in der St Paul's Cathedral machen zu können. Das ist eine außergewöhnliche und unerwartete Verbindung zweier sehr unterschiedlicher Teile Londons“, sagte fabric-Mitbegründer Cameron Leslie.

Die erste Veranstaltung nach dem neuen Vertrag ist für den 29. Oktober angesetzt. Wer spielt, sagt der Club noch nicht: Name des Künstlers und Details sollen gesondert bekannt gegeben werden, und die Zahl der Tickets wird sehr begrenzt sein.

Das Gewicht dieser Vereinbarung wird deutlicher, wenn man sich daran erinnert, was fabric vor zehn Jahren war. Im September 2016 entzog der Islington Council dem Club die Lizenz, und London machte sich ernsthaft darauf gefasst, ihn zu verlieren. Der Club focht die Entscheidung an, und im November desselben Jahres einigten sich beide Seiten: fabric durfte wieder öffnen, allerdings unter deutlich strengeren Auflagen.

Was das für die Kathedrale selbst bedeutet

Für die Kathedrale ist das ebenfalls kein einmaliges Experiment. Ein Gotteshaus im laufenden Betrieb gibt seinen Hauptraum für vier Jahre einem Programm, das ein Nachtclub zusammenstellt – eine Konstellation, die noch vor wenigen Jahren für beide Seiten kaum vorstellbar war.

Für die Clubkultur ist das ein seltener Fall, in dem das Gespräch mit der Stadt nicht von Einschränkungen handelt, sondern von Zugang: nicht „Wo lässt man uns spielen“, sondern „Wohin hat man uns vier Jahre im Voraus eingeladen“.

Parallel dazu betreibt fabric weitere Reihen außerhalb des Clubs – unter anderem kehrt er gemeinsam mit Sennheiser zu Veranstaltungen auf der Aussichtsplattform von The Shard zurück. Doch die Kathedrale ist der erste Ort, für den sich der Club auf Jahre im Voraus verpflichtet hat.

Zuvor haben wir berichtet, wie Großbritannien in einer einzigen Woche zwei Spielstätten verloren hat – die andere Seite derselben Geschichte darüber, wo in der Stadt noch Platz für Musik bleibt.

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