
Er hebt bis heute die Roboterfiguren aus seiner Kindheit auf. Jetzt sind sie auf einer Platte zu hören
Der Meister des hypnotischen Techno hat zum ersten Mal in seiner Karriere einen fremden Song gesampelt. Es war das Thema aus einer japanischen Zeichentrickserie, die er als Kind sah.
Donato Dozzy — „Astro“
Der Italiener Donato Dozzy hat ein neues Album angekündigt — Astro, eine Platte, auf der er seinen eigenen Synthesizer-Sound mit Kindheitserinnerungen verwebt. Sie erscheint am 20. November auf dem Berliner Label Tresor.
Über das Album informiert die Release-Seite des Labels Tresor.
Das Merkwürdige ist die Quelle der Inspiration. Dozzy ist bekannt für tiefe, fast tranceartige Produktionen aus synthetischem Klang — den Anstoß zum neuen Album gaben ihm jedoch japanische Roboter-Zeichentrickserien, für die er sich Ende der 1970er begeisterte.
Woher der Sound kommt
Damals erfasste italienische Kinder eine Welle japanischer Serien über Roboter-Giganten. Jede Folge wurde ins Italienische synchronisiert und bekam ihr eigenes Musikthema, das auf Sieben-Zoll-Platten erschien.
Genau das entfachte laut Pressetext des Labels zwei seiner lebenslangen Leidenschaften — das Sammeln von Vinyl und von Roboterfiguren aus Vinyl, die er bis heute sorgsam zu Hause aufbewahrt.
„Mit Astro führt Donato Dozzy die Fäden seines Lebens zusammen: die Kette aus Musik und Synthesizern, verwoben mit dem Schuss der Kindheitserinnerungen“, heißt es in der Beschreibung von Tresor.
Im vergangenen Jahr griff er zum ersten Mal in seinem Leben für eine eigene Arbeit auf ein Sample aus einem fremden Song zurück — genau jenes erste japanische Thema, das er einst auf Platte besaß. So entstand der Titeltrack Astro, der als Vorbote-Single erschien.
Das Album umfasst sieben Tracks und erscheint als Doppel-LP. Es ist ein seltener Fall, in dem abstrakte Elektronik nicht auf einer Idee ruht, sondern auf einem konkreten Ding aus der Kindheit — dem Soundtrack einer Zeichentrickserie.
Wer ist Donato Dozzy
Donato Dozzy ist einer der angesehensten italienischen Meister des hypnotischen, dubbigen Techno, dessen Arbeiten längst über den Dancefloor hinaus zu Klangmeditationen gefunden haben.
Dass es ausgerechnet auf Tresor erscheint, ist symbolisch: Das Berliner Label ist eine der Säulen der europäischen Techno-Kultur, und ein Album über eine italienische Kindheit erscheint in deren Herz.
Zuvor schrieben wir, wie in Istanbul eine Show von Anyma abgesagt wurde — einer weiteren prägenden Figur des zeitgenössischen Techno.









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