
„Ist doch egal, oder?“: SYNOPÓL veröffentlicht „Порив“ — einen Track über das, was Menschen die Chance auf Glück nimmt
Dreieinhalb Minuten leichte Elektronik, ein Label aus Kyjiw und ein Team, das fast komplett aus Lwiw kommt.
SYNOPÓL auf dem Cover der Single „Порив“
SYNOPÓL hat die Single Порив veröffentlicht — ukrainisch für einen plötzlichen Impuls: leichte Elektronik mit Dance-Beat, hinter der ein Gespräch über die Angst vor Fehlern steckt. Erschienen ist der Track am 31. August auf allen Plattformen.
Das schrieb die Künstlerin selbst auf Instagram.
Olia Synopol arbeitet unter dem Namen SYNOPÓL und geht zum zweiten Mal in Folge Richtung Elektronik: Im Frühjahr erschien Сяєм, Порив führt dieselbe Linie fort. Beide Singles kamen beim Kyjiwer Indie-Label PLAN heraus.
Wovon sie singt
Die Geschichte des Tracks ist einfach und wiedererkennbar: der Moment, in dem ein Mensch aufhört, nach der Meinung der anderen zu schielen. Die Künstlerin formuliert das ohne Metaphern — und gerade ihre Worte erklären den Titel besser als jede Beschreibung.
„Menschen haben oft Angst, Fehler zu machen, und verlieren durch diese Angst das Wertvollste — glücklich und mit sich im Reinen zu sein. Alle denken aus irgendeinem Grund viel zu viel darüber nach, was andere über sie denken könnten, und … ist doch egal, oder? Das Leben ist nicht so lang, wie es uns scheint, also macht Fehler, tut das, was ihr liebt, und spürt diesen Impuls in euch!“ — schrieb SYNOPÓL.
Am selben Tag stellte die Künstlerin ein Lyricvideo online: Auf dem unscharfen Porträt vom Cover leuchten nacheinander Zeilen auf — „у машині двоє“, „темнуватих діб“, „хай ця ніч“. Der Track dauert drei Minuten und siebenundvierzig Sekunden.
Das Team hinter der Veröffentlichung kommt fast vollständig aus Lwiw: Für den Sound war Dmytro Hurzhii zuständig, das Porträt fürs Cover fotografierte Veronika Sheredko, das Make-up übernahm das Studio Solia Beauty. Das Label PLAN, bei dem die Single erschien, nennt sich multigenre-Indie und sitzt in Kyjiw.
Warum so eine Veröffentlichung überhaupt auffällt
Die ukrainische Elektronik der vergangenen Jahre wächst nicht aus großen Labels, sondern genau aus solchen kleinen Teams: Künstlerin, Toningenieur, Fotografin — und eine Veröffentlichung, die ohne Fernsehen und ohne Rotationsbudgets entsteht.
Die Kataloge der Streamingdienste haben Порив übrigens unter Pop einsortiert — SYNOPÓL selbst und das Label bestehen dagegen auf Elektronik. Einer dieser Fälle, in denen das Genre-Etikett der Plattform dem hinterherhinkt, was in den Kopfhörern passiert.
Zuvor haben wir erzählt, wie die ukrainische Elektronik von besetzten Häusern bis nach Coachella kam.









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