
Jemanden wegzulieben klappt nicht. MARISEM macht daraus einen Tanz
Ein Song über den Versuch, bei der Gleichgültigkeit anzukommen — und über die Rückkehr, jedes Mal aufs Neue. Der Sound stammt bewusst aus den Nullerjahren.
MARISEM
MARISEM hat die Single перекохати veröffentlicht — Dance-Pop mit einem Seitenblick auf den Pop der Nullerjahre. Erschienen ist sie am vierten September, die Laufzeit beträgt zwei Minuten einundvierzig Sekunden.
Die Single ist auf den Streamingplattformen erschienen, herausgebracht vom Label Best Music.
Schon der Titel ist ein erfundenes Verb, und darin steckt die ganze Handlung. перекохати (etwa „jemanden zu Ende lieben“) heißt nicht, sich zu entlieben und zu gehen, sondern das Gefühl bis zum Schluss zu treiben, bis zur Gleichgültigkeit. Die Heldin versucht es wieder und wieder — und kehrt jedes Mal zurück.
Kein Trennungslied
Der Track ist als Spiel zwischen zwei Menschen gebaut, aus dem niemand als Erster aussteigt. Das ist keine Geschichte über den Bruch, sondern über das freiwillige Eintauchen in eine Anziehung, aus der man gar nicht heraus will.
Der Sound ist bewusst dazu gewählt: kein moderner, minimalistischer Pop, sondern ein dichter Tanzbeat mit den erkennbaren Kniffen der Nullerjahre — jener Jahre, in denen so ein Drama auf der Tanzfläche zum Standard gehörte.
An dem Track arbeitete ein kleines Team. Musik und Text schrieb temstime — Artem Shoizholov, der auch produziert und gemischt hat; für das Engineering war zusammen mit ihm goldy1love zuständig, sein fester Mix-Engineer.
Die Single steht nicht für sich allein: перекохати kommt auf die Debüt-EP der Künstlerin, die unter dem Titel AFFECTS erscheinen soll. Das ist also eher die Ankündigung einer größeren Arbeit als ein einzelner Track.
Warum solche Releases Aufmerksamkeit verdienen
Die ukrainische Dance-Szene der vergangenen Jahre wächst genau aus solchen kleinen Teams: Künstlerin, Autor, Mix-Engineer — und ein Release, gemacht ohne Fernsehen und ohne große Budgets für Rotation.
Die Streamingkataloge haben перекохати übrigens einfach unter Pop einsortiert. Doch Beat und Aufbau ziehen den Track deutlich näher an tanzbaren Elektropop als an das, was sich sonst hinter diesem Etikett versteckt.
Zuvor haben wir berichtet, wie ARTBAT den Hörern einen Track überließen, der ein Jahr lang nur in den Sets lebte.









Kommentare
Wird geladen …